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Therapieformen: Therapie bei Depression?

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Samstag, 29. März 2008, 18:43

Therapie bei Depression?

Hallo!
Bin seit heute neu hier und habe schon einige Beiträge gelesen-gibt schon etwas.
Ich habe mal eine Frage: noch habe ich eine ambulante Therapie, warte gerade auf eine Verlängerung (hoffentlich), und starke Depressionen, die die Zwänge und die Angst verstärken, sind beide wieder sehr schlimm. Die Frage ist, bringt denn die ambulante und meiner Meinung nach kopflastige Therapie in so einem Stadium überhaupt etwas?Wenn nur noch Angst und Panik regieren? Hat jemand von Euch Erfahrungen damit? Ich meine, das ist ja doch ein Teufelskreis mit Zwang und Depression, ich weiss nicht, wo ich anfangen soll-die Arbeit fällt mir immer schwerer und kostet so viel Kraft, dass ich abends nichts mehr hinbekomme-also weniger Kontakt mit der Aussenwelt und normalem Leben-das kenne ich seit über einem Jahr nicht mehr (zwischendurch Klinik, Bad Dürkheim), der Abfall in die Depression ist vorprogrammiert, ich merke zur Zeit nur, dass alles immer schlimmer wird.Und zerbreche mir den Kopf, was geht.Versuche es mit Medikamenten, aber die helfen mir leider nicht so richtig-die Depression soll sich angeblich auflösen, wenn ich gegen die Zwänge angehe, und die Zwänge werden besser, wenn ich weniger depressiv bin....ich bin wirklich am Kämpfen, sehe aber kein Land mehr, eher alles ziemlich trübe, und habe Existenzängste (zu Recht, finde ich).
Und bin ziemlich blockiert und langsam im Auffassen (Medi oder Depri?), das Gedankengeratter ist auch nicht schön. Mag mir jemand antworten? Gruss, tete

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Samstag, 29. März 2008, 18:55

RE: Therapie bei Depression?

hi tete

was ich jetzt schreibe mach sich vielleicht doof anhören.
gegen depressionen hilft nur viel bewegung,also sport!!!!

durch anstrengung erhöt sich der serotonin spiegel!!!

bin selber faul,is aber so

tpg

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Samstag, 29. März 2008, 18:59

RE: Therapie bei Depression?

habe da sogar ein artikel,das sport noch besser ist als antis!
werde mal nachschauen,vielleicht find ich im.

tpg

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Samstag, 29. März 2008, 19:06

RE: Therapie bei Depression?

mal ne andere interessante sache:

Neue Studien
Antidepressiva wirken kaum besser als Placebos
Seit Jahren werden sie als Glückspillen gepriesen: Prozac, Zoloft und Effexor heißen die Mittel, die laut Pharmahersteller depressiven Patienten so gut helfen sollen. Allerdings kommen neue Studien zu ganz anderen Ergebnissen. Demnach gibt es kaum noch einen Grund Antidepressiva zu verschreiben.
Foto: paFragwürdige Heilsversprechen: "Nehmen Sie die Pille und werden Sie glücklich"

Antidepressiva der neuen Generation haben einer britischen Studie zufolge bei den meisten Patienten kaum eine Wirkung. Sie hätten auf die meisten Menschen mit mittelschweren Depressionen keinen anderen Effekt als das Scheinmedikament Placebo, berichten britische Forscher in der am Dienstag veröffentlichten Studie der Universität Hull. Wirkung hätten die Medikamente nur bei einer sehr kleinen Gruppe von Patienten, die an schwersten Depressionen litten. Weiterführende links
Gedanken heilen manchmal besser als Pillen
Warum Scheinmedikamente manchmal auch wirken
Was Placebos so erfolgreich macht
Teure Medikamente wirken bei Patienten besser „Der Unterschied in der Besserung bei Patienten, die Placebos nehmen und Patienten, die Antidepressiva nehmen, ist nicht sehr groß“, sagte Professor Irving Kirsch von der Psychologie-Fakultät in Hull. Die Untersuchung wurde im Fachmagazin „PLoS Medicine“ (Public Library of Science Medicine, Bd. 5, e45) veröffentlicht. Die Studie sei eine der gründlichsten über Antidepressiva der neuen Generation, der sogenannten Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer. Die Wissenschaftler überprüften für die neue Studie Daten aus 47 veröffentlichten und unveröffentlichten Klinikstudien. Dabei untersuchten sie vier häufig verschriebene Medikamente, die unter anderem die Wirkstoffe Fluoxetin, Venlafaxin und Paroxetin enthielten. Sie betrachteten auch die Studien, die für die Zulassung bei der US-Arzneimittelbehörde FDA nötig waren. Selbst Klinikstudien, die auf eine positive Wirkung bei schwerdepressive Patienten hindeuteten, hätten dafür keine klaren Beweise gegeben, erklärten die Wissenschaftler. Erst kürzlich berichteten amerikanische Forscher im „New England Journal of Medicine“ (NEJM), dass Antidepressiva-Hersteller ein Drittel an wichtigen Studien niemals publiziert haben. Betroffen seien durchweg Studien mit negativen oder zweifelhaften Ergebnissen. Den Forscher zufolge fielen dabei die Ergebnisse von insgesamt 3449 Studienteilnehmern unter den Tisch. In den 74 Untersuchungen ging es um insgesamt zwölf Medikamente. Betroffen sind unter anderen die Hersteller Eli Lilly (Prozac), Pfizer (Zoloft) und Wyeth (Effexor). Ob eine Studie publiziert wurde oder nicht, hing den Wissenschaftlern zufolge vom Ergebnis ab. 37 Studien mit positivem Ergebnis wurden publiziert, nur eine einzige nicht. Von den Studien mit negativem oder zweifelhaftem Ergebnis sind 22 niemals veröffentlicht worden und elf in einer Art und Weise, die vorspiegelte, als handle es sich um ein positives Ergebnis. Nur drei Negativ-Studien gelangten ans Licht der Öffentlichkeit. Schlagworte
Medizin Studie Antidepressiva Wirkung Placebo In der Fachliteratur entstand dadurch ein geschöntes Bild: So stieg in den USA beispielsweise Prozac schell zur Modedroge auf. 1993 kürte das „Time Magazin“ Prozac zur „Pille des Jahres“. Das Wissenschaftsmagazin „Lancet“ jubelte 1990: „Nehmen Sie die Pille und werden Sie glücklich.“ Innerhalb von zehn Jahren verdreifachte sich die Menge an Rezepten. Aufgrund der relativ leichten Handhabung – Wechselwirkungen mit anderen Mitteln waren nicht zu berücksichtigen – verschrieben nicht nur Neurologen und Psychiater die Glückspille, sondern auch Hausärzte. Die neue Studien dürften die Antidepressiva-Euphorie allerdings erheblich dämpfen.

5

Samstag, 29. März 2008, 19:41

have found

hab denn mist entlich gefunden.ist ja echt arbeit!
mach ich aber gern :)

Psychopharmaka unnötig?
Bei Depressionen ist Sport wirksamer als Antidepressiva und die psychoanalytische Couch
VON GOTTLIEB SEELEN

Das Phänomen kostet der Gesellschaft Milliarden: In Scharen laufen verstimmte, traurige, melancholische und depressive Menschen zu ärztlichen Psychotherapeuten und Psychiatern, um sich dort jahrelang mit Psychopharmaka voll pumpen zu lassen. Während sich bei den Betroffenen dabei das Gefühl verstärkt, "Totalversager" zu sein, kultivieren Ärzte sich Dauerpatienten und fährt die Pharmaindustrie genussvoll Milliardenumsätze ein.

Ein Defekt durch "frühe Prägung", von der die abstruse Psychoanalyse fabuliert? Mitnichten. Zwar prägte im deutschen Kinderfernsehen vor langer Zeit eine "Frau Doktor Pille mit der großen klugen Brille" das medizinische Weltbild der Kleinen. Doch dürfte ein andauernder "Prägungsschaden" aus dieser frühen Orientierung auf die Pille als Heilsbringer des modernen Zeitalters kaum entstanden sein. Die verheerenden Folgen von verschleppten und chronifizierten Depressionen und tablettensüchtigen Patienten resultieren viel mehr aus dem Hang vieler körper- und profitorientierter Haus- und Fachärzte, gern und ausdauernd Psychopharmaka zu verschreiben. Auf 37,57 Milliarden DM waren die Arzneimittelkosten allein der gesetzlichen Krankenversicherung im Jahre 1999 gestiegen. In diesem Jahr wird die ärztliche Verschreibungswut bereits 40 Milliarden DM kosten. Mit dem Hang der selbstsüchtigen Mediziner, zuerst an ihr Einkommen zu denken, geht folgerichtig ihre Abneigung einher, depressive und psychosomatische Patienten zu einer effektiven Behandlung zu überweisen - zur kognitiven Psychotherapie.

Dabei liegen die natürlichen Alternativen preiswert oder kostenfrei gewissermaßen vor der Haustür: Rein in die Sportschuhe und ein paar Runden gelaufen - das vertreibt trübe Gedanken besser als das Labern über die frühe Kindheit auf der Couch und Tabletten schlucken. Denn regelmäßiger Sport ist gegen dauerhafte Depressionen weitaus wirksamer als Anti-Depressiva. Dies haben US-Wissenschaftler in einer Studie herausgefunden, die am Donnerstag im Fachmagazin "Psychosomatic Medicine" veröffentlicht wurde. Die Forscher des Medizinischen Zentrums der Duke-Universität in Durham, (Bundesstaat North Carolina), fanden ferner heraus, dass Patienten, die den Sport mit der Einnahme von Medikamenten verbinden, eher rückfällig werden.

Das US-Team unter Leitung des Psychologen James Blumenthal hatte 156 Patienten mittleren Alters untersucht, deren Zustand sich durch sportliche Aktivitäten nach vier Monaten verbessert hatte. Nach weiteren sechs Monaten, so ergab die Studie, wurden nur acht Prozent der Sport treibenden Patienten wieder depressiv, verglichen mit 38 Prozent derer, die nur Medikamente einnahmen.

Von besonderer Bedeutung ist die Beobachtung, dass die Einnahme von Medikamenten im Zusammenhang mit positiven Aktivitäten wie z.B. Sport zu einer größeren Rückfallhäufigkeit führt. "Die bisherige Annahme, dass beide Faktoren zusammen eine positive Auswirkung haben, hat sich nicht bestätigt" wurde Blumenthal in der Zeitschrift zitiert. Zwischen sportlicher Betätigung und dem Risiko der Rückfälligkeit gebe es ein "Umkehrverhältnis". "Je mehr Sport, um so geringer die Wahrscheinlichkeit, dass die depressiven Symptome zurückkehren", sagte Blumentahl. Dabei spiele es möglicherweise eine Rolle, dass der Patient mit den Übungen eine "aktive Rolle" im Genesungsprozess übernahm. Dadurch werde das Gefühl von "Kontrolle und Erfolg" vermittelt.

Das Wesen der psychotherapeutischen Wirkung sportiver Betätigung sei indes sehr einfach, erläutert Dietmar G. Luchmann vom ABARIS Institut für Psychotherapie in Stuttgart: "Wer wenig tut, der erhält wenig positives Feedback - sowohl von seinem Körper als auch von der Umwelt. Das kann spiralförmig abwärts zu weiterer Depression führen und das positive Feedback von Körper und Umwelt schließlich auf Null reduzieren. Irgendwann kann der Betreffende dann meinen, das Leben habe keinen Sinn mehr." Umgekehrt führt Aktivität - zum Beispiel Sport - zu positiven Erfahrungen: Dies dreht die Spirale aufwärts. "Da die Art und Weise, wie jeder mit Problemen umgeht, natürlich eine individuelle Lerngeschichte hat, ist es eine unverzichtbare Voraussetzung für den dauerhaften Erfolg, mögliche selbstschädigende Denkstile abzulegen", betont Luchmann.

Kein Medikament, sondern nur die kognitive Verhaltenstherapie kann helfen, solche Denkfehler zu erkennen und zu beseitigen. Moderne kognitive Psychotherapie unterweist Betroffene darin, wie sie fehlerhafte Denkschemata verändern und realitätsgerechter gestalten können. Freuds Couch mit der erstarrten Orientierung auf die Suche nach dem Schmutz der Vergangenheit gehörte schon lange auf den Müllhaufen der Menschheitsirrtümer - am Leben gehalten nur von einer Lobby von Psychotherapeuten, die sich dem wissenschaftlichen Fortschritt verschließen.

Ein Waldlauf mit einem kognitiven Psychotherapeuten, der ganz nebenbei und praktisch vermittelt, wie die Unvollkommenheit der Welt - je nach Art des Denkens - statt zu Ärger und Depression auch zur Erheiterung führen kann, ist da zweifellos die bessere Wahl. Überdies zum Preis einer Eintrittskarte ins Kabarett: "Lachen ist die beste Medizin". - Eine alte Weisheit, die ein Antidepressivum auf seine Werbefahne geschrieben hat, auf das man dann ebenso getrost verzichten kann.

Die schlechteren Ergebnisse einer Therapie mit Tabletten resultieren aus dem Unvermögen jeglichen Medikaments, selbstschädigende Denkstile und Denkinhalte zu verändern. Viele Betroffene glauben, "Wenn ich vom Arzt Tabletten bekomme, dann muss das besser sein, als wenn ich keine bekomme". Dies ist jedoch falsch und "wohl eine der häufigsten Fehlannahmen von Patienten über Medikamente und Ärzte", sagt Luchmann. "Antidepressiva vermitteln denjenigen, die sie wegen leichterer Depressionen einnehmen und Sport treiben, zwangsläufig die falsche Erfahrung, die Veränderung des Befindens sei auf die Tabletten und nicht auf ihre eigene Aktivität zurückzuführen", erklärt Luchmann. So verharren die Betroffenen häufig weiter in ihrer Passivität ohne die entscheidende Bedeutung ihrer eigenen Aktivität als Voraussetzung des Erfolgs zu erkennen. Wer hingegen - durchaus mit psychotherapeutischer Anleitung - die Kenntnis und Erfahrung gewonnen hat, durch eigene Aktivität und "gesünderes" Denken sein Befinden verbessern zu können, wird sich mit dem Gelernten später aus schwierigen Situationen viel eher wieder allein herauszuhelfen vermögen.

Deshalb sind diese Studienergebnisse nicht als Einladung zu verstehen, Medikamente einfach durch Fitness-Training zu ersetzen. Bei Blumenthals Versuchsteilnehmern handelte es sich keineswegs um schwerst depressive und suizidgefährdete Menschen, sondern um solche, die sich freiwillig auf Anzeigen der Forscher für die Teilnahme gemeldet haben. Aus den Ergebnissen lässt sich vielmehr ableiten, dass Sport eine gute Ergänzung zur kognitiven Psychotherapie sein kann, insbesondere für jene Patienten, die auf Medikamente nicht ansprechen.

Die Forscher der Duke-Universität werden bei der Fortführung ihrer Studien vom National Institute of Mental Health (NIMH) unterstützt. Die neuen Untersuchungen sollen vor allem eine Antwort auf noch offene Fragen geben, warum Sport bei Depressionen besser wirkt als Antidepressiva. "Wir haben ein großes Interesse an der Erforschung verhaltenstherapeutischer, nicht-pharmakologischer Ansätze zur Depressionsbehandlung", erläutert Blumenthal. "Weil bis zu ein Drittel der depressiven Patienten auf eine Arzneimitteltherapie nicht anspricht und diejenigen, die Tabletten nehmen, unter Nebenwirkungen leiden, ist es wichtig, andere Wege zu finden."

Das U.S.-Institut für seelische Gesundheit - NIMH - stellt hierfür drei Millionen Dollar bereit - ein geringer Betrag im Vergleich zu den jährlichen Kosten von Antidepressiva und deren unerwünschten Begleiterscheinungen.


Depressionen in der Arbeitswelt werden dramatisch zunehmen
PSYCHOTHERAPIE Lese-Tipp

Burn-out: Leer und ausgebrannt
Das Burnout-Syndrom kann jeden treffen - erste Burnout-Sprechstunde in Stuttgart.





Allein in Deutschland leiden mehrere Millionen Menschen an Depressionen - und es werden immer mehr. Einen wesentlichen Anteil an dieser Entwicklung hat der zunehmende Leistungs- und Wettbewerbsdruck in der Arbeitswelt. Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sagen für die Industrieländer voraus, dass Depressionen nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen zur Volkskrankheit Nr. 2 werden.

Von einer sinnvollen Prävention ist man in Deutschland freilich noch weit entfernt. Viel wäre bereits gewonnen, wenn Betroffene bei den ersten Anzeichen einer Dysthymie, Depression oder psychischen Erschöpfung (Burnout) zum Psychotherapeuten gingen. Dies ist der beste und schnellste Weg zum Therapieerfolg.

Tatsächlich sind Betroffene zu diesem Schritt häufig erst bereit, wenn sie sich unter zunehmendem Leistungsabfall lange und erfolglos gequält haben. Solche Klienten erhalten am ABARIS Institut für Psychotherapie zusammen mit einer kognitiven Therapie von wenigen Stunden als erstes einen mehrwöchigen Urlaub in der Ferne verordnet. "Das bringt einem Manager, der am Ende seiner psychischen Kräfte ist, entschieden mehr als sich mit Antidepressiva ins Bett zu legen oder weiter unproduktiv auf seinen Schreibtisch zu starren", sagt Luchmann. Betroffene berichteten regelmäßig, nach dem Wiedererlangen ihrer Leistungsfähigkeit in nur einem Bruchteil der Zeit gegenüber der Erschöpfungs- und Erkrankungsphase Aufgaben abzuarbeiten, die sie zuvor viele Monate nicht mehr richtig bewältigten.

6

Samstag, 29. März 2008, 21:09

RE: have found

Hallo tpg!
Uih, das ist ja toll-so eine Riesenantwort-vielen herzlichen Dank!
Das drucke ich jetzt aus und lese es nachher, ich muss die Telefonleitung freihalten (bin analog), also, vielleicht komme ich morgenzum Antworten-nochmals Danke!!
Viele Grüsse, tete

7

Samstag, 29. März 2008, 21:16

RE: have found

gerne geschehen

sklave tpg :P

freu mich auf nächst antwort

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »tpg« (29. März 2008, 21:16)


Pit-2001

unregistriert

8

Sonntag, 30. März 2008, 00:16

RE: have found

Hi ihr beiden, die Antwort von tpg ist ermutigend.

Ich kann sagen, dass das stimmt. Mit Sport kann ich mir in vielen Fällen die Laune verbessern, wenn sie ins auswegslose, depressive versinkt.

Allerdings hilft es gegen Zwänge nicht. Im Gegenteil, die Gedanken werden wacher, aktiver und verrückter.

Trotzdem, die Vorteile sind 2 (Laune und Fitness) zu 1 (Ankurbelung von Gedankenverbindungen und Ängsten). Damit ist die Sache gut.

Pit

9

Sonntag, 30. März 2008, 03:15

RE: have found

ich weiss das sport gut ist!
doch muss ich mich immer dazu zwingen,leider

10

Sonntag, 30. März 2008, 10:14

RE: have found

?(Guten Morgen, tpg!
So, ich den langen und interessanten Bericht habe ich gelesen-bin natürlich weiter verwirrt-aber da waren schon ein paar Sachen drin, die mich stutzig gemacht haben."Mein" Verhaltenstherapeut sagte mir, als er mich aufgedreht unter der Wirkung von Elontril (1. Woche war das) erlebte, dass die Zwänge schlimmer werden würden-toll! Ich wollte das nicht glauben, aber jetzt habe ich den Salat.Warum sagt der Mann so was, wenn er es weiss (aus Erfahrung), und lässt mich damit ziehen?
Die nächste Zeit (wg. Verlängerung sowieso ungewiss) sehe ich ihn nicht.So.
Ich bin wütend auf ihn.Dann, der Neurologe: er hätte eine Patientin gehabt, die schwer depressiv war, bei ihr hätte Elontril geholfen! Das bestätigt das, was Du in dem Bericht stehen hattest.....!Auf Knall und Fall traue ich mich nicht, die Medis abzusetzen, obwohl ich langsam glaube, dass sie mir nicht wirklich helfen, sonder eher der Sport und die Kontakte zur Aussenwelt-es scheint mir aber unmöglich zu sein-ojeoje....
Also, Antrieb wird gesteigert durch Elontril, das stimmt, es ändert aber nicht die Stimmung.Ach so, ich weiss jetzt nicht mehr, ob meine verlangsamten Reaktionen und Blockierungen von den Tabletten kommen oder hausgemacht sind-bewege und handele eigenartig, zeitverzögert.
tgp, wie kommst Du mit Deiner Medikamention zurecht, wie stehst Du dazu, was merkst Du an Veränderung bei Dir, und machst Du eigentlich Sport?
Wie bekommt Dir Paroxetin? Hatte es auch schon mal, mir ging es aber immer schlechter, langsam denke ich, dass es an "Denkfehlern"liegt.Hm.Erwartungshaltung.
Ja, niemand nimmt uns eine Heilung ab, aber wir brauchen doch Hilfe,oder?
Das Denken in die gute Richtung fällt so verflixt schwer, das Aufnehmen positiver Geschehnisse auch-das muss doch auch anders herum funktionieren!!!!
Darf ich fragen, wie Dir der Klinikaufenthalt bekommt und welches Programm Du hast?Ich werde Pit noch antwoten, mich dann in die Laufklamotten zwängeln und wieder ein paar Gehversuche wagen-das Vogelgekreisch ist eigentlich wunderschön,vielleicht melde ich mich noch mal.
Ich wünsche Dir einen guten(!) Tag, bis denne, viele Grüsse von tete

11

Sonntag, 30. März 2008, 10:23

RE: have found

Hallo Pit
Ja, ermutigend ist die Antwort von tpg schon...
Deine Antwort ist ehrlich, nimmt mir aber schon wieder ein wenig die Courage.
Hrch, ich laufe jetzt trotzdem, und dann geht es einfach weiter, die Zeit bleibt nicht stehen.Du nimmst gar keine Medikamante? Das finde ich gut. Was hast Du denn in all Deiner Zeit versucht/unternommen, damit es Dir besser geht, die Zwänge Dich verlassen? Kennst Du Phasen, in denen sie schwächer waren? Die kenne ich.
Und wünsche sie mir wieder herbei.
Was meinst Du, Du hast die Artikel wohl gelesen, die Selbsthilfe ist wohl die Effektivste,
dass der Mensch wirklich gesund werden will, so denke ich. Und mich plagen die ganze Zeit Schuldgefühle, dass ich wohl nicht "will", weil ich so tief reingerutscht bin...es ist doch zum Auswachsen!
Ich wünsche Dir noch einen guten Tag (gehst Du Laufen??? :))
viele Grüsse tete

12

Sonntag, 30. März 2008, 13:28

Hallo,

da kann ich nur zustimmen. Sport hilft sehr gegen trübe Gedanken und größtwahrscheinlich auch Depressionen.
Ich leide seit 2 Jahren stark an Kontrollzwängen beim Autofahren. Habe deshalb auch ein Jahr lang VT und Tiefenpsychologie gemacht. Hat aber nichts gebracht. Eine VT bei meinen Zwängen bringt eh nichts, da ich ja meine Psychologin als Zeugin hatte. Ich fahre noch Auto und habe immernoch die Kontrollzwänge, irgendwie gehören die schon zu mir und ich glaube auch nicht dass ich sie weg bekommen.
Ich mache seit Jahren Sport, jahrelang schwimmen, Krafttraining und jetzt Fitnessstudio, vorallem Crosstrainer.
Am Freitag hatte ich mal wieder so eine Situation. Ängste, ob ich ein Mensch überfahren oder angefahren habe und nicht bemerkt habe. Ich bin nicht zurückgefahren um zu kontrollieren!!! Ich bin ins Fitnessstudio und habe mich ausgetobt. Allerdings hatte ich meinen MP3 Player dabei, um jede Stunde Nachrichten zu hören. Ich denke immernoch an die Stelle, wo meine Angst kam, doch die Angst hat sich gemindert.
Also hat Sport für mich als Ablenkung funktioniert. Sport ist für mein Wohlbefinden auch sehr wichtig. Ein Mensch ist ja auch nicht so gebaut, dass er nur dasitzt!
Meine Psychologin hat damals auch gesagt, dass ich nicht nur Kontrollzwänge habe, sondern auch Depressionen. Ich habe davon noch nichts gemerkt und möchte auch keine Medikamente nehmen. Ich bin eh gegen Medis. Haben so viele Nebenwirkungen. Ich kann immernoch jeden Tag zur Arbeit, dreimal die Woche zum Sport und ausgehen, trotz Depressionen und Kontrollzwänge.
Manchmal muss ich mich richtig zwingen, allerdings bin ich dann Stunden später stolz auf mich wenn ich trotz Ängste das Haus verlassen habe.

Kopf hoch
Viele Grüße
Nicole

Pit-2001

unregistriert

13

Sonntag, 30. März 2008, 17:03

RE: have found

An Tete,

ja ich gehe laufen, regelmäßig aber mäßig, kein Marathon oder so und auch keine Wettkämpfe mehr, weil ich ständig, auch beim Laufen von Ängsten überfallen werde. Das hat zur Folge, dass der Organismus zu sehr arbeiten muss, also musste ich das Tempo herunterfahren, aber ich laufe, weil die Vorteile trotzdem größer sind.

Natürlich muss man den Willen haben gesund zu werden, und mancher muss hart daran arbeiten. Vergessen darf man nat. nicht, dass es unterschiedliche Schweregrade von Erkrankungen gibt und unterschiedliche Herkünfte und Ursachen. Man kann den einen nicht mit dem anderen vergleichen und gar nicht leiden kann ich die die meinen, wer nicht gesund wird, ist irgenwo selbst schuld.
Wenn man das auch auf die anwenden würde, die zum Beispiel Krebs haben, merkt man wie hart, gemein und unrichtig diese Leute argumentieren. Klar, weil der eine den Krebs überwindet, der andere nicht, der eine eine noch intaktere Körperabwehr hat, der andere nicht, weil die Art des Krebses bei dem einen tödlicher ist als bei dem anderen. BEI ANGST UND ZWÄNGEN IST ES GENAUSO, warum sollte es anders sein?

Was ich tu? Ich hatte 5 Jahre Therapie.
Ich habe mind. 30 Bücher gelesen.
Ich prüfe mich täglich, seit Jahrzehnten, wo ich etwas verbessern kann, was an gelernten praktisch hilfreich ist.
Ich habe sogar ein ganze Buch darüber geschrieben, was ich gern veröffentlichen möchte, weil es in einen Roman gebunden ist.
Ich stellte micha auch immer wieder einer Verhaltenstherapie,die ich knallhart an mir durchführte,
und ich versuche die gefühlsmäßigen Ursachen zu erkennen und mir gut zuzureden.

Trotzdem bisher kein durchschlagender Erfolg. Muss ich mich schämen?

Die Frage stelle ich nicht dir, denn du hast sie so nicht ausgelöst, aber all denen, die mir das schon direkt oder indirekt nahebrachten.

Ja, manchmal schwankt die Intensität, aber richtig frei war ich noch nie.

Medis? Nein, da bin ich kein Typ für. Wer keinen Kaffee, kein Aspirin usw. nimmt, wer noch nie Schmerztabletten nahm, ist kein Typ für irgendwelche Medis, zumal diese ja keine Wunder vollbringen, oft nur zuästzliche Probleme. Der Thread "Medis" ist voll von Unterhaltungen über diese zusätzlichen Probleme. Wers mag, o.k., wer nicht, sollte der verurteilt werden? Ich sage nein. Die Krankheit ist so schwer und belastend, dass man keinem vorwerfen soll, so ode so zu reagieren, solange es das Wundermmittel nciht gibt, muss jeder selbst entscheiden und die Umwelt sollte jeden auf dem Weg unerstützen, den er eingsschlagen hat.

Natürlich muss man sich immer wieder prüfen, tu ich auch was, das steht ja außer Frage.

O.k. jetzt habe ich deinen Beitrag benutzt, um einiges Allgemeines loszulassen.

Liebe Grüße

Pit

Pit-2001

unregistriert

14

Sonntag, 30. März 2008, 17:06

Tja, so gehts mir auch, voll die Zwänge und trotzdem immer wieder voll ins Leben stürzen. Ist eine sehr gute Methode, nur das "leben" zeigt einem, wos langgeht.

Nur kann es der eine noch mehr, der andere weniger oder bedeutend weniger. Aber das Prinzip bleibt ja.

Pit

15

Montag, 31. März 2008, 20:29

Hallo Nicole!
Das finde ich gut, dass Du noch so viel machst-bleib' dabei.
Und wenn Du bemerkt hast, dass Deine Angst geringer geworden ist-Glückwunsch, das ist so ein gutes Zeichen, so soll der Abbau der Zwänge
oder wie immer man das nennen möchte funktionieren!
Und wenn es geht, lass die Medikamente weiter weg-ich bin sehr im Zwiespalt, wie wohl viele andere auch. Ja, Kopf hoch, ich versuch's weiterhin, i r g e n d w a n n wird's besser!
Viele Grüsse, gute Zeit, tete :)

16

Montag, 31. März 2008, 20:48

RE: have found

Hallo Pit!
Ich freue mich über jede (fundierte) Antwort, bin erstaunt, was Menschen doch so aushalten können...
Ich stimme Dir in allen Punkten Deiner Antwort zu, und verstehen kann es nur jemand, der es verstehen möchte.
Aber manchmal ist es einfach wohl ein Zeichen grosser Hilflosigkeit der Anderen, wenn sie sagen, "du willst vielleicht nicht"-sie finden keine Erklärung, keinen Ansatz zur Hilfe mehr.
Das hat zumindest eine wirklich gute Freundin zu mir gesagt-dass sie sich hilflos fühlt.
Oder sie haben einfach keinen Bezug dazu.
Und wenn Du keine Medikamente nimmst, kannst Du zumindest sagen, das und das kommt von mir und von nichts Fremden (so schlimm es auch immer ist).
Ich wollte auch nie welche einnehmen, aber irgendwann war ich soweit.
Bis heute weiss ich nicht, ob und wie sie geholfen haben, vielleicht waren sie eine geistige Krücke.Und die neuen, ach, ich lass' das Thema.
Ein Buch zu schreiben und zu veröffentlichen, das finde ich mutig.
In irgendeinem der letzten Stern-Magazine war ein Bericht über einen Verlag, der jedes Buch annimmt, und gedruckt wird es dann, wenn Bestellungen vorliegen-ich weiss nicht mehr so genau.War aber eine ordentliche Sache.Vielleicht was für Dich?
Es muss in einem der Hefte von Januar-Mitte März gestanden haben (Wartezimmer)-
so, für heute sage ich Tschüss, Dir eine gute Zeit, viele Grüsse von tete