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einssechs

unregistriert

1

Dienstag, 26. Juni 2007, 19:40

Zwangsängste / Zwangsgedanken

Hallo Leute,

bin hier erst seit Kurzem und hoffe, dass ich hier ein wenig Verarbeitungsmöglichkeiten finde um mit meinen Problemen fertig zu werden.

Erstmal zu meiner Person:
Ich bin 19 Jahre alt und leide schon seit ca 5 Jahren an Zwangsgedanken. Es gibt Wochen an denen ich mich freue das es keinerlei Probleme oder Sorgen gibt und Wochen an denen ich vor lauter Depression nichtmal Hunger habe.
Wie werden diese, ich nenn sie mal "Depri-Wochen", ausgelöst? ->
Nun, ich bin kein Mensch der in der Öffentlichkeit Probleme mit seinem Selbstbewusstsein hat, bin ein sehr offener Mensch und habe eigentlich keinerlei Anpassungsschwierigkeiten. Ich habe keine Angst mich irgendwo "anzustecken" oder "vergessen das Licht ausgemacht zu haben" - da hört es aber schon auf:

Beispielsweise fahre ich grundsätzlich mit angepasster Geschwindigkeit - da die Angst vorm "Geblitzt werden" so groß ist, das ich lieber anständig fahre. (was ja nur von Vorteil sein kann) Fahre ich aber eine kurze Distanz mal schneller wie 20 km/h (weil ich überholen möchte oder noch eine Ampel bekommen möchte) fangen schon die Gedanken an: "Was ist wenn ich geblitzt worden bin, ich es aber nicht gemerkt habe", auch ein kleiner Lichtreflex bringt mich zum nachdenken.

Wie in meinem Profil zu entnehmen bin ich Informatiker, deswegen sitze ich auch oft vor dem Computer und kenne mich "recht gut" mit der Materie aus.
Vor einigen Jahren wurden sogenannte "Dailer" (Einwahlprogramme die hohe Kosten verursachen können) in der Presse sehr breit getreten. Da ich in Besitz eines Internetanschlusses bin, hatte mich dieses Thema auch ein wenig gepackt. Ich kann mich noch genau erinnern: Eines Tages war ich im Internet und zufälligerwiese öffnete sich ein Fenster mit irgendeiner 0190-Url, welches ich natürlich reflexartig geschlossen hatte. Diese Situation hatte ausgereicht mich Monatelang in einen Angstzustand zu versetzen, in dem ich Telefonrechnungen kontrolliert hatte, meinen Rechner ausgemistet hatte (ich wollte ihn nichtmal mehr anschalten) und und und.
Erst als ich nach paar Wochen den Mumm hatte meinen Eltern davon was zu erzählen und mein Vater beim Anbieter angerufen hat (welcher uns erzählte das bei DSL, Dialer keine Möglichkeiten haben sich einzuwählen) hatte sich mein Zustand schlagartig verbessert - Problem war ja gelöst.
Das war jetzt einige Jahre her.

Vor einigen Tagen hatte ich auf dem Laptop eine Meldung meines Antivirenprogramms, dass sich ein Trojaner (im Firefox cache) auf der Platte befinde -> natürlich gleich entfernt das Teil. Danach alle Anti-Viren-Programme durchlaufen gelassen die ich zur Verfügung hatte, dutzend andere Anti-Spyware-Programme benutzt, PC-Prozesse und Startprozesse untersucht etc.

Nun, zu finden ist nichtsmehr, ich mache den Laptop aber aus Prinzip nichtmehr an - aus Angst da sei noch was.

Die Angst reicht so weit, das ich sogar das Ganze Netzwerk durchgecheckt habe (also auch die Rechner der Familenmitglieder) - und das nur um sicher zu sein das sich nichts durchs Netzwerk geschlichen hat. Trotzdem kontrolliere ich noch jeden Tag die Prozesse meines Desktoprechners, nur um nochmals sicher zu sein.

Das Ganze zieht mich wieder genauso runter wie die Situation vor einigen Jahren. Ich habe Angst das Daten gegen mich verwendet werden könnten und somit meinem Umfeld schaden könnten (z.B. sozialer Abstieg durch finanzielle Probleme)

Therapie habe ich erst wieder am Donnerstag und ich wollte gerne mal die Meinung von Gleichgesinnten erfahren. (vllt findet man auch jemanden der genau die selben Motive hat)

In Therapie gehe ich erst seit einigen Monaten, war erst strikt dagegen, doch meine Freundin brachte mich dazu. (weswegen ich ihr 10000 mal danke)

Diese Zwangsgedanken finden sich auch in vielen anderen Situationen. Habe nur dieses gewählt, da dies perfekt meine Verhaltensweise zeigt und ziemlich aktuell ist.

Ich hoffe ihr könnt mir mentale Unterstützung bieten und mir vllt auch Tipps geben, die mein Therapeut noch nicht mit mir austauschen konnte.

Liebe Grüüüüße :)

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »einssechs« (26. Juni 2007, 21:08)


Pit-2001

unregistriert

2

Dienstag, 26. Juni 2007, 23:33

RE: Zwangsängste / Zwangsgedanken

Typisch Zwang: Innere Welten, oft für den einzelnen völlig verborgen, werden auf Gebiete projeziert, auf denen sie sich austoben können.

Viele Grüße Pit


Welche inneren Welten? Entweder man kennt sie oder man muss sie in der Therapie rausarbeiten, um sie zu kennen und zu wisssen. Ach daher kommt das alles.

Natürlich mags auch andere Ursachen geben. Ist ja nur EIN Gedanke.

einssechs

unregistriert

3

Dienstag, 26. Juni 2007, 23:35

Deine Denkweise müsstest du mir vielleicht ein wenig näher erläutern.

Komme mit dem Begriff "Innere Welt" nicht zurecht.