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Skywise

unregistriert

1

Sonntag, 7. Januar 2007, 14:59

Zwang vererbbar?

Hallo ihr,

habt ihr für euch selbst eigentlich mal, neben allen anderen Erklärungsversuchen, darüber nachgedacht, ob es für einen Zwang nicht auch einen vererbten Hintergrund geben könnte?

Ich habe eine Grosstante, die meines Erachtens auch zwangig ist - in einigem auch sehr ähnlich wie ich. Wie kommt das?

Viele Grüße
Skywise

Pit-2001

unregistriert

2

Sonntag, 7. Januar 2007, 17:23

RE: Zwang vererbbar?

Das ist die Frage, die die Forscher auch noch diskutieren.

Du kannst etwas genauso abschauen wie vererbt bekommen.

Sicher ist nur, dass gewisse Charaktereigenshaften vererbt werden.
Sicher ist, dass nervliche Beschaffenheit vererbt werden kann.
Und wenn dazu noch bestimmt Umstände kommen oder gar ein Abschauen von der Mutter oder dem Vater usw.

dann hat man evtl. das Gleiche wieder.

Aber ich habe noch nicht gehört, dass es ein Gen geben soll, was Fragezwänge oder Putzzwänge vererbt.

Gruß Pit

3

Sonntag, 7. Januar 2007, 18:32

RE: Zwang vererbbar?

also ich denke auch das Zwänge nicht wirklich vererbbar sind, aber sie sind genetisch veranlagt, also die Tendenz steigt enorm in einer Familie, wenn da schon jemand mit Zwängen ist. Da ist die wahrscheinlichkeit höher das auch noch ein anderer in der Familie an Zwängen erkranken kann.
Ich habe zum Beispiel einen Putzzwang. Und meine leibliche Oma leidet achon ewig an einem Putzzwang-. Da habe ich mir schon Gedanken drüber gemacht. Ich bin nicht bei meiner oma aufgewachsen und habe sie erst kennengelernt als ich 15 Jahre alt war.
Ich lebe in Berlin und meine Oma in Frankfurt, also wir sehen uns wenn es hochkommt einmal im Jahr.
Und trotzdem leiden wir an derselben krankheit.... und sogar noch am selben zwang.....
und ich denke das ist kein Zufall.

LG nina

Bella80

unregistriert

4

Sonntag, 7. Januar 2007, 19:23

Hallo zusammen,


ich glaube an der Theorie der Vererbbarkeit könnte etwas dran sein. Zumindest eine Art Tendenz.

Mir kommt es manchmal so vor als ob mein Vater auch an einer Art Ordnungszwang leidet. Jedoch habe ich diese Thematik für mich noch nicht ganz aufgearbeitet, daher kann ich es nicht mit Bestimmtheit sagen. Mein Vater ist auch sehr verschlossen, was seine Gefühle/ Gedanken betrifft. Ich kann es daher nicht mit Gewissheit sagen. ?(

LG,

Bella

Pit-2001

unregistriert

5

Montag, 8. Januar 2007, 03:57

RE: Zwang vererbbar?

Zum Thema:

Meine Mutter hatte ihr Leben lang Ängste wegen ihrer Gesundheit, aber keine Zwänge. Erst als ihr Mann starb, war bei ihr alles vorbei. Komisch?!

Ich habe nun Ängste und Zwänge und alles viel schlimmer.

Pit

6

Montag, 8. Januar 2007, 12:35

RE: Zwang vererbbar?

hallo

soweit ich weiß,ist die möglichkeit das ein kind ,wo ein elternteil oder sogar beide an zwängen leiden oder litten ,die warscheinlichkeit höher an zwängen zu erkranken als bei einem kind mit eltern die noch nie an einer zwangskrankheit litten.

aber falsche erziehung kann auch zwänge beim kind fördern.

bei zwangskranken soll ja irgendwas mit dem serotonin nicht in ordnung sein,villeicht ist diese serotoninstörung vererbbar.

gruss tpg

Hope

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7

Montag, 8. Januar 2007, 13:38

RE: Zwang vererbbar?

Hallo,

ich habe mal was rausgesucht.


Werden Zwänge vererbt?
Die genaue Entstehung von Zwangshandlungen und Zwangsgedanken ist noch nicht endgültig geklärt. Vieles spricht aber für ein Zusammenwirken einer entsprechenden erblichen Veranlagung und einer akuten psychischen Überlastung. Die genetische Komponente konnte unter anderem anhand so genannter Zwillingsstudien nachgewiesen werden: Wenn von eineiigen Zwillingen einer unter Zwangssymptomen litt, entwickelte der andere überdurchschnittlich häufig ebenfalls eine Zwangsstörung. Auch dann, wenn beide in getrennten Umfeldern lebten.
Auch weitläufigere Verwandte (Kinder, Großkinder etc.) von Zwangserkrankten leiden nachweislich öfter als der Bevölkerungsdurchschnitt unter Zwängen oder verwandten Störungen wie Agoraphobie (= unbegründete starke Angst vor öffentlichen Plätzen und Menschenansammlungen - dahinter steckt häufig die Befürchtung vor einer Panikattacke in der Öffentlichkeit), Depressionen oder der so genannten Tourettestörung (= Die Störung äußert sich durch so genannte Tics: unwillkürliche und teilweise sehr heftige Muskelzuckungen und/ oder das unkontrollierte Ausstoßen von Lauten und Worten).
Wie Zwangserkrankungen entstehen
Wie genau eine Zwangserkrankung entsteht, ist bislang noch unklar. In Forschung und Therapie wird aber übereinstimmend davon ausgegangen, dass sowohl biologische (zum Beispiel erbliche) als auch lern- und lebensgeschichtliche Faktoren (zum Beispiel der Umgang mit Belastungen) bei der Entstehung von Zwängen eine Rolle spielen.
Neurobiologische Erklärungsmodelle:
Biochemische Veränderungen: Untersuchungen zufolge verändert sich bei Zwangserkrankten die Impulsübertragung im Gehirn. Bei den Betroffenen ist das System, welches für die exakte Ausführung einzelner Handlungen zuständig ist, übermäßig aktiviert. Darüber hinaus scheint der chemische Botenstoff "Serotonin" bei der Entwicklung von Zwangserkrankungen eine Rolle zu spielen. Dieser wird bei der Weitergabe eines elektrischen Impulses von einer Nervenzelle zur anderen benötigt.
Vererbung: Untersuchungen ergaben, dass die Verwandten ersten Grades von Zwangserkrankten überproportional häufig ebenfalls an Zwangs- beziehungsweise Angststörungen leiden. Zwillingsstudien liefern ähnliche Ergebnisse. Demnach scheint es so etwas wie eine erbliche Veranlagung für Zwangserkrankungen zu geben. Vererbt wird offenbar eine gewisse Anfälligkeit ("Vulnerabilität") dafür, auf Stresssituationen mit Zwangssymptomen zu reagieren. Die genauen genetischen Mechanismen sind zur Zeit jedoch noch unklar.


Quelle: DGZ

Gruß

Hope
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Jo

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8

Montag, 8. Januar 2007, 15:55

RE: Zwang vererbbar?

Hallo Hope,
mich würde die Quelle dessen, was du rausgesucht hast interessieren.
Gruß Jo
Macht zu haben, bedeutet nicht, Recht zu haben.

Pit-2001

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9

Montag, 8. Januar 2007, 16:26

RE: Zwang vererbbar?

Hope, Hope, da hast du dir aber Mühe gemacht. Danke.

Nun, ich glaube nicht, dass die "ZWANGSKRANKHEIT" in dem Sinne vererbt wird, dass es da ein Gen gibt, was die Mechanismen überträgt, so wie diverse andere Krankheiten übertragen werden.

Aber es ist ja z. B. Fakt, dass man vieles am Charakter vererbt bekommt. Und wenn dann noch dazu Lebensumstände kommen, die herausfordern, könnte man wohl durchaus annehmen, dass jemand eher depressiv reagieren wird oder eher aktiv. Obwohl solche Reaktionen ja auch durch das Umfeld produziert werden können.

Wenn ich eher aktiv reagiere, ist das zwanghafte reagieren eine von ein paar Möglichkeiten, aktiv zu reagieren, also gar nicht so weit hergeholt.

Im Übrigen, was meinen Fall betrifft, muss ich feststellen, dass mein Verhalten viele Wurzeln hat. Es ist wie ein Baumstumpf, den man nicht rausbekommt, weil man immer wieder neue Wurzeln feststellt oder gar noch nicht mal entdeckt hat.
Unterdessen kenne ich sehr viele davon.

Pit

Hope

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10

Montag, 8. Januar 2007, 17:35

RE: Zwang vererbbar?

Hallo Jo,

das habe ich über die Suchfunktion bei der DGZ rausgefunden, musste ich runterladen deswegen habe ich es so reingestellt weil ich ja keinen Link hatte, ich hoffe das es erlaubt ist.

Ich habe es jetzt nochmal zur Sicherheit unter den Text gesetzt.

Gruß

Hope
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11

Montag, 8. Januar 2007, 17:38

RE: Zwang vererbbar?

Hallo Pit,

es hat mich ja auch interessiert und ich habe einfach mal nachgeschaut, ist ja eine interessante Frage

Gruß

Hope
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daniel2786

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12

Montag, 8. Januar 2007, 20:32

Re:Zwang vererbbar ?

Hallo an alle!

Ich bin der Meinung, daß eine gewisse " Bereitschaft" an einer Zwangserkrankung zu leiden durchaus vererbt sein kann. Beim einen mehr und beim anderen weniger. Kommen zu dieser genetischen Veranlagung noch zwangsfördernde Faktoren wie eine einengende Erziehung ist der Weg für die Krankheit geebnet.
Interresant wäre es zu wissen, wieviel Prozent der Zwangskranken zwangskranke Eltern haben bzw. andere Fälle in der Familie.
Es ist sicher kein Zufall , und mit der - es könnte jeden treffen- Theorie mag ich mich nicht ganz anfreunden.
Lassen sich alle Zwangskranken in ein gewisses Schema einordnen? Was verbindet alle Zwangskranken in Wesen und Charakter ? Ich glaube da gibt es einiges. Ich will die Einzigartigkeit eines jeden nicht in Frage stellen, aber es gibt da gewisse Parallelen im Verhalten. Manches kann man selbst in einem Forum entdecken wenn man sich länger darin bewegt. Ein Beispiel ist die fast ausnahmslos gute Selbsreflektion der Betroffen.Aber es gibt da auch anderes. Würde jetzt aber zu weit führen.

Lieben Gruß.daniel

Pit-2001

unregistriert

13

Montag, 8. Januar 2007, 23:20

RE: Re:Zwang vererbbar ?

ne, führt nicht zu weit. Mach doch mal nen Fragebogen, wenns dich drückt.

Grüße von Pit, der dir voll zustimmt.

Ich glaube die Gemeinsamkeiten sehr gut zu kennen, was mich unterdessen noch mehr interessiert sind die Unterschiede.

So kann eine Erziehung zu sehr belasten, ja. Ich glaub, das war in der Vergangeneheit öfter die Ursache.

Es gibt aber wohl auch Fälle, wo das Gegenteil der Fall war, dass man zu vernachlässigt wurde. Ich schätze, dass das zunimmt.

In beiden Fällen gab es aber das gleiche Ergebnis, der Halt ging verloren, entweder weil der zu streng Erzogene abschaltet, um sich zu schützen und so haltlos wird oder weil der vernachlässigte, von Natur aus haltlos wurde.

Selbstredend ist das nicht die einzige Ursache, denn dann hätten ja viel mehr Leute Zwänge.

Tschüs

Pit

Skywise

unregistriert

14

Sonntag, 14. Januar 2007, 12:11

RE: Re:Zwang vererbbar ?

Hallo Daniel,

mich würde das, was da "zu weit führen würde" aber durchaus interessieren... also wenn Du noch was dazu schreiben magst...

Viele Grüße
Skywise

15

Sonntag, 14. Januar 2007, 12:44

RE: Re:Zwang vererbbar ?

Hallo Skywise, Hallo Daniel

Mich würde das auch interessieren und ich denke viele andere hier im Forum auch. Ich denke Pit´s Idee mit dem Fragebogen ist gar nicht so schlecht. Was denkt ihr darüber?

LG Raphe

Sweet-Melli

unregistriert

16

Montag, 12. März 2007, 17:38

Ich weiß es nicht

Also ich weiß nicht ob Zwänge vererbbar sind aber ich glaube schon, denn ich habe Borderline und Waschzwang un dmeine Therapeuten haben gesagt, dass es besser wäre wenn ich vorerst keine Kinder bekomme, da die möglichkeit hoch ist dass sie auch Zwänge bekommen!!
Melina

17

Montag, 12. März 2007, 23:24

Melina, vielleicht fragst Du Deine Therapeuten einfach mal, wie lange bzw. wann sie meinen, daß es o.k. wäre Kinder, zu bekommen.

Eine wie Du schreibst temporäre Empfehlung kann nichts mit Vererbung zu tun haben. Es gibt Erbkrankheiten, aber da wird man sehr genau beraten und die Familien beider Partner werden genau abgecheckt. Das Risiko wird dann prozentual eingeschätzt und es wird selbstverständlich dem Patienten überlassen zu entscheiden, ob er Kinder möchte oder nicht.

In Deinem Fall ist sicher etwas anderes gemeint. Was genau solltest Du einfach mal fragen. Es ist doof jahrelang eine Regenjacke anzuhaben und nicht mal mehr zu merken, daß die Sonne scheint. :dafuer:

18

Dienstag, 13. März 2007, 21:45

Hallo,

ich frage mich schon die ganze Zeit ob es vererbt werden kann oder nicht und versuche meine Familie zu durchleuchten wer wohl mit dieser Richtung etwas zu tun haben könnte, aber ehrlich gesagt meistens drehe ich mich im Kreis. Für mich hätte ich dann endlich eine kleine Erklärung aber für mein Kind wünsche ich es mir absolut nicht, dass es auch nur irgendetwas mit den Genen zu tun haben kann

Liebe Grüsse

VoodooDolly

unregistriert

19

Freitag, 16. März 2007, 17:50

Hab mir darüber natürlich auch so meine Gedanken gemacht, da mein Freund und ich natürlich auch über Familienplanung reden.
Meine Psychiaterin hat meine Befürchtungen aber ziemlich entkräftet. Sie meinte das wäre wieder die Vorstellung von Laien, dass Gene umbedingt etwas mit Vererbung zu tun haben. Es ist vielleicht ein genetisches Problem aber das muss nicht von der Mutter/Vater vererbt sein, dass kann sich auch einfach so gebildet haben.
Naja wenn man unter Zwängen leidet sollte man trotzdem erstmal vom Kinderkriegen abstand nehmen finde ich. Erstmal ist man zu labil um 100% für das Kind da sein zu können. Und ein Kind lernt eben von den Eltern und wenn diese unter Zwängen leiden bzw Ängsten nimmt es das sicher schnell an.

Also ich schau, dass ich gesund werde und dann gründe ich eine Familie. Angst, dass mein Kind dann auch sowas hat wie ich habe ich zwar ein bisschen, aber meine Mutter z.b. hatte sogar teilweise heftige Psychosen und meine zwei Schwestern sind psychisch kerngesund. Also vielleicht ein wenig wie russisches Roulette wer was bekommt, man weiß ja nie ob die zukünftigen Kinder gesund sein werden. Aber da man das auch nicht bei gesunden Eltern ausschließen kann sollte das dem Glück nicht im Wege stehen.